Ja, was plane ich?

Zum einen arbeite ich an einem Jugendbuch, das verrückter sein soll als alles, was es bisher auf dem deutschen Markt gibt.
Es soll “Regenbogenfleisch” heißen.

Hier schon mal der Anfang:

Regenbogenfleisch

Ludwig hatte noch nie eine Bratkartoffel sprechen hören. Deshalb war er ziemlich erstaunt, als eines Tages beim Mittagessen eine besonders leckere, dicke, goldgelbe Bratkartoffel zu ihm sagte: „Wenn Du mich auf isst, haue ich Dir eine rein.“ Ludwig starrte ungläubig auf seinen Teller. „Grmmpf“, sagte er. So etwas sagen Menschen, wenn Ihnen etwas sehr Sonderbares, Unfassbares passiert. Sie wollen eigentlich etwas anderes sagen, sind aber so verdattert, dass sie halt Sachen wie „Grmmpf“ von sich geben. Ludwigs Oma, die gerade am Herd stand, drehte sich um und fragte: „Ludi“... (das war Ludwigs Spitzname - er hasste ihn) Also, sie sagte: „ Ludi, was sagtest Du gerade. Es klang doch tatsächlich wie Grmmpf.“

„Die Kartoffel“, antworte Ludwig und zeigte mit zitterndem Finger auf seinen Teller. „Sie hat gerade gesprochen.
Die Worte kamen aus einem kleinen Mund an der Seite. Da vorn.....”

Und was noch?

Tja, und dann wird im März 2017 auch ein neues Sachbuch bei Mosaik/Goldmann von mir erscheinen: "Mutti baut ab - Wenn Eltern alt werden".
Hier ein paar Worte zum Inhalt: Mutti war doch noch so gut beisammen. Und dann fiel sie auf einmal hin. Kester Schlenz und seine Geschwister müssen einsehen: Es geht nicht mehr. Ihre 80jährige Mutter droht zum Pflegefall zu werden. Für die Familie beginnt eine Odyssee durch Arztpraxen, Altenheime, Pflegekassen und Krankenhäuser. Aber Traute Schlenz kämpft. Und kommentiert ihr Schicksal in der ihr eigenen, raubeinigen Art. „Fack ju, Pflegeheim“, sagt sich die etwas raubeinige alte Dame. Traute Schlenz hat keine Lust mehr auf das Altenstift. Sie will ihr Leben zurück. Aber das ist gar nicht so einfach. Gemeinsam mit ihren Kindern kriegt die resolute alte Dame schließlich noch mal mit ihrem Rollator die Kurve und schafft es aus dem Pflegeheim wieder nach Hause. Das Buch soll zeigen, dass man auch die letzte Lebensphase trotz aller Probleme mit Humor gemeinsam bewältigen kann.

Hier eine Leseprobe

„Wie geht es dir, Mutti?“ „Beschissen. Ich bin zuhause auf die Schnauze geflogen. So eine Scheiße.“ Meiner Mutter war es früher immer sehr wichtig, was die Leute über sie denken. Jetzt – mit einundachtzig Jahren – schien ihr das hier in diesem Zimmer des Krankenhauses „Schwesternstift“ völlig egal zu sein. Sie fluchte wie ein Bierkutscher. Und sie trug auch ihre Perücke, genannt „Fiffi“, nicht. Die lugte keck aus einer Schublade neben ihrem Bett hervor. Wir waren nicht allein. Neben ihr lag eine freundliche, still leidende Türkin. Und vor deren Bett stand ihr erwachsener Sohn und blickte angestrengt zur Tür. Ich lächelte ihm zu. „Tag, ich bin Achmed“, sagte er. Ich stelle mich ebenfalls vor, während meine Mutter rief: „Das ist Machmoud. Der versteht Deutsch. Der verkauft Autos.“ „Ich bin Deutscher“, sagte Achmed leise. „Und mit der Verdauung klappt das auch nicht“, ergänzte meine Mutter laut und vernehmlich. „Ich war schon drei Tage nicht.“ Ich sah sie mit mildem Lächeln an. Den Blumenstrauß immer noch in der Hand. So stand ich vor dem Bett von Traute Schlenz. Meiner Mutter. Die gerade wieder auf ihr Kissen zurück sank und mich mit großen Augen ansah. Es ging ihr nicht gut. Auch wenn die Sprüche immer noch die alten waren. Dieser Tag war der vorläufige Tiefpunkt einer Negativspirale, die sich nun schon ein Jahr drehte und uns alle immer mehr verzweifeln ließ. Denn meine beiden Geschwister und ich mussten den Tatsachen ins Auge sehen. Es war nicht mehr zu leugnen: Mutti baute ab! Und wir mussten was tun...