dies ist mein neues Buch. Es heißt „Alter Sack, was nun – das Überlebensbuch für Männer“
(im Verlag „Mosaik bei Goldmann“). Es ist ein (wie ich hoffe) recht lustiges Werk für alle mürben Kerle, die Fünfzig werden,
das schon hinter sich oder es noch vor sich haben. Auf jeden Fall ein Buch für alle, die sich wie ein alter Sack fühlen. Leute wie ich also. Ich bin 51,
verdammte Scheiße!
Aber irgendwann sagte ich mir: Schluss mit dem Gegrübel! Das Leben ist noch nicht vorbei! Und schrieb dieses Mut-Mach-Buch für alle alten Säcke.
Kein Thema wird ausgelassen: Sex im Alter, Fitness-Probleme, Tränensäcke, nörgelnde Kinder, Männer und Mode, junge Rotzlöffel im Job,
die wachsende Wampe, die erste Vorsorgeuntersuchung, die „Fiftytät“ als Wiederholung der Pubertät oder der ewige Kampf mit dem inneren Schweinehund.
Alles Probleme, aber unterm Strich bleibt die Erkenntnis: wir sind zwar nicht mehr jung, aber wir können es immer noch krachen lassen – wenn auch im Schongang!
Kester Schlenz: Sag mal, Du alter Sack, wie kamen wir eigentlich darauf, dieses Buch zu schreiben?
Der alte Sack: Tja, Du weißt doch, als ich Fünfzig wurde, begann das Grübeln.
Kester Schlenz: Du hast doch vorher schon dauernd gegrübelt, Mann.
Der alte Sack: Ja, aber das war so eine Grenzüberschreitung. Voll ätzend. Der endgültige
Abschied von Jugend, Post-Jugend, Midlife, Frische und Fitness. Man fällt sogar aus der werberelevanten Zielgruppe der 14 bis 49jährigen.
Niemand will einem mehr was verkaufen. Man ist draußen.Von nun an geht´s bergab: Wampe kriegen. Falten. Die letzten Haare verlieren.
Sex abgewöhnen. Rollstuhl. Brei-Nahrung. Altersheim. Siechtum. Ich war am Ende.
Schlenz: Also ist „Alter, Sack, was nun? – Das Überlebensbuch für Männer“
ein zutiefst pessimistisches Jammer-Buch für den mürben Mann?
Der alte Sack: Eben nicht. Ich habe ja nur die Ausgangsposition beschrieben. Irgendwann hatte ich die Schnauze voll von meinem
eigenen Gejammer, und dachte: Hey, das Leben ist doch noch nicht vorbei! Klar, es gibt Probleme. Aber man muss das locker sehen. Und ich beschloss,
ein Mut Mut-Mach-Buch für mich und alle alten Säcke zu schreiben. Verfasst von einem Leidensgenossen.
Schlenz: Das heißt konkret?
Der alte Sack: Kein Thema wird ausgelassen: Sex im Alter, Fitness-Probleme, Tränensäcke, nörgelnde Kinder,
Männer und Mode, junge Rotzlöffel im Job, die wachsende Wampe, die erste Vorsorgeuntersuchung, die „Fiftytät“ als Wiederholung
der Pubertät oder der ewige Kampf mit dem inneren Schweinehund. Alles Probleme, aber unterm Strich bleibt die Erkenntnis: wir sind zwar nicht mehr jung,
aber wir können es immer noch krachen lassen – wenn auch im Schongang!
Schlenz: Du solltest noch was über die Illustrationen erzählen.
Der alte Sack: Stimmt – ganz großes Tennis, wie man heute sagt. Die sind von Til Mette, bekannt als Zeichner des Stern.
Til ist auch ein alter Sack und hat die einzelnen Kapitel wunderbar bissig illustriert und auch eigene Werke zum Thema beigesteuert. Ich liebe
besonders den Ski-Fahrer, der denkt, wie wunderschön es im Winterurlaub sei, da könne er sich „endlich erholen von Arschlöchern
wie mir“. Und der fiese Urologe im Kapitel „Die große Hafenrundfahrt“ - da geht es um Vorsoge - der sieht auch klasse aus.
Schlenz: Gibt es ein Fazit?
Der alte Sack: Uns Best-Agern gehört die Zukunft. Allein schon wegen der demographischen Entwicklung. Die Gesellschaft muss
sich bewegen. In unsere Richtung und uns zum Beispiel den ungetrübten Kinogenuss ohne Popcorn-Infernos, Cola aus Eimern und grölende Teenager ermöglichen.
Schlenz: Du klingt wie ein vergnatzter alter Sack.
Der alte Sack: Ist doch wahr!
Schlenz: Sag doch noch mal abschließend was zu uns.
Der alte Sack: Also, Du - und damit auch ich - bist verheiratet, hast zwei Söhne, arbeitest als Kultur-Ressortleiter beim
Magazin „Stern“ und bist im Grunde ein junger Spund.
Schlenz: Vielen Dank für das Gespräch, mein Alter.
Der alte Sack: Gern, lass uns jetzt ein Bier trinken gehen.
Schlenz: Is nich, denk an die Wampe.
Der alte Sack: Spielverderber!